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Samowar aus Tula

Die Bedeutung der in Tula hergestellten Samoware spiegelt sich in der russischen Literatur des 19. Jahrhundert wieder. Es reicht aus einige Hundert geschriebene Seiten aus dieser Zeit zu lesen um einen Verweis auf Samoware aus Tula zu entdecken.

Sein Name erscheint in aller Welt mit seinem angestammten Namen. In der Türkei zum Beispiel als Semaver. Die gelegentliche Eindeutschung als „russische Teemaschine“ ist leider ein wenig irreführend und ungenau.

Samoware in der russischen Literatur

Sie kommen in Stellen vor in denen das russische Leben, Häuslichkeit und Gastfreundlichkeit beschrieben werden. Er erscheint als ein unentbehrliches Symbol Russland, dass von allen Ständen und Rängen gleichermaßen geteilt wird.

Samoware sind auf Bildern des Zaren als auch auf Bildern armer Menschen zu sehen. Damals wurden sie zu einem einzigartigen Requisit des Alltag im russischen Zarenreich. Die Romantiker haben ihn als ein Nationalsymbol gepriesen. Die Realisten haben ihm mit satirischen Funktionen in ihren Geschichten bedacht.

In der Literatur der Sowjetunion kommt er kaum noch vor. Falls doch dann wird er verfremdet dargestellt. Aus ideologischen Gründen wird er zu einem Symbol für eine längst vergangene und überwundene Zeit.

Dadurch wurde er auch aus dem alltäglichen Leben der Menschen zunehmend verdrängt.

Erst ab dem Ende der Sowjetunion hat er eine Renaissance erlebt. Die Museen Russlands haben ab 1990 ein großes Interesse an dem einstmaligen Nationalsymbol des Landes gezeigt. Die Renaissance des Samowar kann dadurch vielleicht sogar als ein Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels gedeutet werde.

Samowar Tula

Die Herstellung von metallischen Produkten gehört seit vielen Jahrhunderten zur Stadt Tula. Vor und während der Fertigung von Samowaren wurden in der Stadt Waffen, Munition und weiteres Kriegsmaterial hergestellt.

Es war logisch eine Fabrik zur Produktion von Samowaren in Tula anzusiedeln. Dort waren viele Hochöfen des Landes beherbergt und Erzgruben waren nicht weit entfernt.

Ihren Höhepunkt erreichte die Herstellung von Samowaren in den Jahren um 1900. Damals gab es über 50 Fabriken die sich ihrer Fertigung widmeten.

Unerwähnt darf dies russische Redensart bleiben: „Wer reist schon mit seinem eigenen Samowar nach Tula. Sie kennzeichnet ein vollkommen unnötiges Unterfangen. Im Deutschen könnte sie mit: „Das Wasser zum Brunnen tragen“ übersetzt werden.

Das erste Mal wurden Samowaren 1829 in St. Petersburg ausgestellt. Seit dieser Zeit gehören sie zu den beständigen russischen Exponaten im Inland sowie im Ausland.

Zu den Fabriken in Tula kamen im Verlauf der Zeit natürlich noch viele weitere Produktionsanlagen im russischen Zarenreich hinzu. Keine konnte sich jedoch einen solchen ikonischen Ragn erarbeiten wie die Samoware aus Tula.

Samoware wurden in allen verschiedenen Größen und Formen hergestellt. Sie kamen in der Öffentlichkeit genauso wie in den Pivathaushalten vor. Dazu gehören Restaurants, Eisenbahnen, Büros und Heimgeräte.

Manche waren sogar zur Versorgung von Armeen oder größeren Gruppen ausgelegt. Sie fassten mehrere dutzend Liter Wasser.

Eine der größten Firmen aus Tula wurde 1840 von den Brüdern Iwan, Wasilij und Alexander Batschow gegründet. Sie beschäftigte um die Jahrhundertwende mehr als 1.000 Mitarbeiter.

Anfang des 19. Jahrhundert war die Nachfrage nach Samowaren so groß das sich selbst Gold- und Silberschmiede an ihrer Fertigung beteiligten. Aus ihrer Fertigung entstammen die die wertvollsten Samoware. Sie sind in zahlreichen Formen und erstaunlichen Verzierungen ausgestattet worden.


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