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Die Geschichte des Samowar, ein Gerät zum Wasserkochen

1989 sind im Aserbaidschan dem Samowar ähnelnde Vorrichtungen zum Kochen von Wasser gefunden worden. Sie sind aus Ton hergestellt worden sind. Ihr Alter liegt bei etwa 3600 Jahren.

Samowar für das Kochen von Wasser – Von China ins alte Rom

Dem Samowar ähnelnde Geräte sind aus China bekannt. Dort sind sie unter dem Namen Hogo bekannt. Sie haben alle Merkmale von Samoware, werden aber nur für das kochen von Wasser verwendet. Sie bestehen aus einem Gefäß für das Wasser und einen Heizschacht für die Kohle. Er führt schlauchförmig durch das Gefäß hindurch.

Aufgetaucht sind diese Konstruktionen das erste Mal vor mehr als 1000 Jahren in China. Bis heute werden sie ohne strukturelle Veränderungen weiterverwendet.

Heutzutage werden in den chinesischen Hogos anstatt Kohle elektro Heizschlangen oder Gas verwendet.

Samoware sind auch im Iran bekannt. Die Reste von Kupfersamoware wurden in Ruinen einer mittelalterlichen Stadt an der Wolga gefunden. (Beldzhamen jetzt Dubovka). Sie waren offenbar aus mongolischer Produktion.

Ein Gerät zum  Erhitzen von Getränken und Essen im alten Rom

Es gab im alten Rom viele verschiedene Geräte zur Erhitzung von Getränken. Eines der bemerkenswertesten war die Authepasa. Sie wurden unter anderem bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt.

Die Authepasa besteht aus zwei Gefäßen. Zwischen dem äußeren und inneren Gefäß wird Wasser eingefüllt. Das innere Gefäß dient zum Verbrennen der Holzkohle. Die Kohle kann durch ein Seitenloch hinein gegeben werden. Das Wasser wird mithilfe eines Schöpfers heraus und hinein gegeben.

Mit geöffnetem Deckel kann der Zwischenraum für das Wasser und der Heizschacht für die Holzkohle von oben gesehen werden. Auf der Seite gab es eine Öffnung mithilfe dieser er mit Wasser befüllt wurde.

Im Sommer ist anstatt Kohle Eis in den Authepasa gegeben worden, um Flüssigkeiten zu kühlen.

Eine Entwicklungslinie zwischen den römischen Authepasa und dem russischen Samowar kann nicht im Detail hergestellt werden. Obwohl sich dieses Prinzip der Wassererwärmung noch im byzantinischen Reich größter Beliebtheit erfreut hat.

In Russland

Einer Legende nach wurde der russische Samowar von Zar Peter I aus Holland eingeführt. Die ersten Geräte konnten jedoch erst 50 Jahre nach dem Tod des Zaren in Russland nachgewiesen werden.

Die ersten russischen Samoware wurden vermutlich im Ural hergestellt.

Die ersten dokumentierten Samoware stammen aus der Stadt Tula. Dort wurde im Jahr 1778 die ersten Samoware von den Brüdern Iwan und Nazar Lisitsyn in einer kleinen Fabrik produziert. Der Gründer der Fabrik war ihr Vater, Fedor Lisitsyn. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit der Herstellung verschiedensten Kupfergegenstände.

1803 hatten die Fabrik bereits 26 Mitarbeiter. 1823 erbte der Sohn von Nazar Lisitsyn,  Nikita Lesitsyn, die Produktionsanlage.

Die Samoware von Lesitsyn wurden in verschiedenen Formen und Ausführungen gefertigt.

Die Herstellung von Samoware entwickelte hat sich in Russland schnell zu einem profitablen Geschäft entwickelt. Aufgrund dessen sind viele andere Fabrikanlagen für Samoware eröffnet worden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sind Samoware auch aus Silber hergestellt worden. Gekauft wurden sie vor allem vom Mittelstand. Dazu gehörte die Burgeois (Bürgertum), Beamte, Intelligenzija (eine Russische Bevölkerungsschicht zu dieser Zeit) und der Adel.

1840 kommt in Russland die Mode des zweiten Rokoko an. Die durch reiche Verzierungen mit Ornamenten gekennzeichnet ist. Deswegen wurden die Samoware entsprechend dem Zeitgeist reich verziert. Einige der schönsten Exemplare stammen aus dieser Zeit.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Samoware entwickelt, die mit Kerosin erhitzt werden konnten. Sie wurden ausschließlich in Tula gefertigt. Unter anderem von der Fabrik Reinhold Teine. Sie waren vor allem in Gegenden beliebt in denen Kerosin wenig kostete. Das war zum Beispiel der Kaukasus.

Oktober-Revolution

Während der  Revolution von 1917 wurde die Herstellung von Samoware fast vollständig eingestellt. 1918 wurden die Produktionsanlagen verstaatlicht.

Die Literatur Russlands kannte Samoware bis dahin als ein eigenständiges und typisches Requisit des familiären Lebens. Die Autoren schenkten ihm in allen Phasen der künstlerischen Verfremdung (Romantik, Naturalismus, Realismus, Moderne) ihre Aufmerksamkeit.

Nach 1917 wurden sie zu einem Stein des Anstoßes. Also zu einem Symbol des alten Zarenreiches, dass nichts mehr im neuen Russland verloren hat.

In der Nachkriegszeit

Es gab eine einzige Fabrik in Tula mit dem Namen Stamp, von der Samoware gefertigt wurden. Seit 1956 werden in ihr elektrische Samoware hergestellt.

Spät sowjetische Epoche

Seit 1964 werden in der Fabrik Stamp Samoware als Souveniere „Jasnaja Poljana“ hergestellt.

Heutzutage werden die Samoware im Alltagsgebrauch kaum noch verwendet. Weil die Menschen auf elektrische Wasserkocher umgestiegen sind.

Ihre Glanzzeit erlebten die Samoware zwischen dem 18. Jahrhundert und den 1960er Jahren. Damals kamen die ersten elektrischen Wasserkocher auf. Sie verdrängten Samoware zunehmend aus dem alltäglichen Leben.

Samoware in der Kunstgeschichte

Die Samoware wurden mehrmals von russischen Künstlern in ihren Werken gezeichnet oder von Schriftstellern erwähnt. Zum Beispiel von Puschkin, Tolstoj und Tschechow.

Mehrere Museen sind in Tula den Samoware gewidmet.

Zusammenfassend

Samoware erfreuen sich in den letzen Jahren einer neu aufkommenden Beliebtheit. Am deutlichsten ist das durch zunehmend aufkommende Firmen zu bemerken, die auf die Herstellung von Samowaren spezialisiert sind. Sie sind zu einer Art Kultprodukt geworden.


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